Die 50er Lampe gab es ebenso wenig, wie es die 60er Frisur oder die Farbe der 80er gab. Vielmehr herrschte auch damals schon eine Farben- und Formenvielfalt bei Lampen vor, die sich so manch einer nur schwer vorstellen kann, wenn er nicht in dieser Zeit gelebt hat.
Aus heutiger Sicht existierten in den den fünfziger Jahren mehrere Lampenformen, die als “typisch” für dieses Jahrzehnt angesehen werden. Eine dieser, in den 50ern sehr beliebten, Lampen war die sogenannte Tütenlampe, die ihre Bezeichnung aufgrund der leicht schräg zulaufenden Schirmform erhielt - Der Tüte. Die Lampe an sich, bestand meist aus mehreren Schirmen, die im Ständer zusammenliefen und häufig auch beweglich waren, so dass gewünschte Bereiche des Zimmers, in dem sie stand, gezielt ausgeleuchtet werden konnten. Die Tütenlampe, als klassisches Standlampenmodell, war meist mit drei Lampenschirmen bestück, während bei Wandlampen Schirme nicht selten paarweise für die Beleuchtung sorgten und Tischlampen durchaus mit nur einem Schirm auskamen. An Materialien, für den Schirm, wurden neben Kunststoff und mit Lack beschichteter Pappe, auch stabilisierte Textilien aus Naturstoffen verwendet. Die starke Hitze, die die zu meist verwendeten Glühlampen abgaben, führte bei vielen Lampenschirmen schnell zu dunklen Flecken oder setzte sie, in einigen Fällen, sogar in Brand. Die anderen Bestandteile der Lampe, wie etwa der Fuß oder die Arme, waren häufig aus Messing gefertigt. Nicht unüblich waren auch Füße aus Holz.
Mit ein wenig Fantasie erinnern viele Lampenmodelle der 50er, beziehungsweise deren Schirme, an eine Blütenform. So kamen je nach Form und Größer der Lampen verschiedene Bezeichnungen wie z.B. Tulpenlampe oder Lilienlampe auf.
Etwas weniger “modern” dafür um so kitschiger kamen Lampenmodelle daher, die wegen ihres Stoffüberzuges, teilweise gerüscht, ein eher gedämpftes bis schummriges Licht verbreiteten und meist in Häusern und Wohnungen zu finden wahren, in denen der “Gelsenkirchener Barock” Einzug gehalten hatte.
Als Gegenstück zu den klassischen Lampen der 50er und den verkitschten Auswüchsen des Gelsenkirchener Barocks, etablierten sich auch Lampen, deren Design für diese Zeit beinahe als futuristisch anzusehen ist. Unter Verwendung von Materialien wie Blech, Aluminium oder Glas schuf man sowohl klare, nüchterne Lampenformen, bei denen die gezielte Ausleuchtung eines bestimmten Bereiches im Vordergrund stand, als auch Modelle, bei denen das Objekt Lampe als dekoratives Raumgestaltungsobjekt zur Geltung kam und deren Zweck erst in zweiter Linie die Grundbeleuchtung durch indirektes Licht war.