In Anlehnung an die Ruhrgebietsstadt Gelsenkirchen, erhielt dieser Einrichtungsstil der 50er seinen Namen, obgleich der Gelsenkirchener Barock nicht nur in den Zechenwohnungen und Nachkriegsmietskasernen der Stadt Gelsenkirchen oder des Ruhrgebietes Verbreitung fand, sondern auch weit über die Grenzen des Kohle-Reviers. Der zweite Teil der Bezeichnung, Barock, leitet sich von den gewählten Materialien und den Formen der Möbelstücke ab, die alles andere als bieder und sachlich waren. Vielmehr sollten die bauchigen, furnierten, teils Plüschbezogenen, oft geschwungenen Möbelstücke den Anschein von Reichtum und Prunk erwecken. Die Bezeichnung, Barock, ist demnach eher ironisch, denn ernst gemeint. Nichtsdestotrotz erfüllte dieser Möbelstil in den 50ern doch seinen Zweck. Er schuf ein behagliches und gemütliches Zuhause, in einer eher tristen, grauen Industrielandschaft, in der längst noch nicht alle Trümmer des Krieges beseitigt waren. Dieser Umstand könnte auch erklären, warum sich Wohnungseinrichtungen im “Gelsenkirchener Barock, in späteren Jahrzehnten, keiner großen Beliebtheit mehr erfreuten.

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