Der Petticoat – wer die Bezeichnung dieses Rockes vernimmt, denkt beinahe unweigerlich an Rock ‘n’ Roll tanzende Damen der 50er – zurrecht, denn immerhin war es dieser Tanz, diese Musik, dieses “Lebensgefühl” welches dem Petticoat zu seinem Bekanntheitsgrad verhalf, den er heute noch besitzt.
Der Petticoat, dessen Bezeichnung sich aus dem französischen Wort für “klein”(petit) und dem Englischen Wort für Lage/Schicht (coat) ableitet, war ursprünglich ein Damenunterrock, der aus versteiften Kunstfasern, wie etwa Nylon oder Perlon bestand, aber auch aus Baumwolle gefertigt sein konnte. Diese wäschebeständigen Materialien wurden mehrlagig vernäht, um einen “aufgebauschten” Sitz des Oberrockes zu erzielen. Meist bestand der Petticoat der 50er aus drei bis vier mit Rüschen, Spitzen oder Volants verzierten Lagen, wobei die oberste Lage die schmalste und die Unterste die breiteste darstellte. Heutzutage wird die Bezeichnung Petticoat oftmals für den eigentlichen Unterrock und den dazugehörigen Oberrock zusammen verwendet.
Für gewöhnlich war ein Petticoat nicht länger als der dazugehörige Oberrock, der sowohl ein- als auch mehrfarbig, sowie gemustert sein konnte, sondern hatte in etwa die selbe Länge. Wer sich jedoch ein wenig hervorheben wollte, trug den Oberrock auch schon einmal etwas höher, so dass der Petticoat, besonders beim Tanzen, unweigerlich auffiel. Mitte der 60er, als die Rock ‘n’ Roll Welle langsam abebbte, verschwand der Petticoat größtenteils aus dem Bild der Öffentlichkeit. Heutzutage erlebt er jedoch, im Zuge des Rockabilly-Revivals, eine kleine Renaissance. generell kleiden sich der Rockabilly-Szene zugehörige Mitglieder gerne im Chic der Fünfziger Jahre.