Die Mode der 50er Jahre war noch weitgehend geprägt vom klassisch-konservativen, zweckmäßigen und biederen Stil der Nachkriegsjahre, der kaum Spielraum für Individualismus zuließ. Eine Frage des guten Geschmacks, war in den Köpfen der älteren Bürger oft nur eine Frage der Konformität. Modische Ausrisse, der meist Jugendlichen, wurden nicht selten als zu gewagt oder teilweise als zu obszön abgelehnt. Ein Generationenkonflikt war quasi vorprogrammiert. Aber auch viele ältere Frauen wollten weg von der Nachkriegsmode, die nicht selten nur eines sein musste: praktisch und bezahlbar. Immerhin herrschte noch lange Zeit nach dem Krieg Materialmangel und viele Frauen mussten ihre im Krieg gefallenen oder in Kriegsgefangenschaft befindlichen Männer ersetzen und hart Arbeiten. Nun änderte sich die Lage allmählich und der praktische Nutzen der Kleidung rückte Stückweise ein den Hintergrund. Man legte wieder wert auf weiblichere Formen und figurbetonte Mode. Modeschöpfer Christian Dior setzte mit seinem “New Look” dieses Verlangen in tragbare Mode um. Enge Blusen und weite oder extrem enganliegende Röcke verstärkten und betonten die weibliche Figur. In den 50ern lagen Petticoats, Caprihosen, Tellerröcke, Twinsets und Cocktailkleider voll im Trend. Nylonstrümpfe und Roter Lippenstift waren weitere Hilfsmittel und der weiblichen Schönheit und elleganz Nachdruck zu verleihen. Wobei man stets darauf bedacht war Laufmaschen zu vermeiden. Nylonstrümpfe waren damals noch relativ teuer. Unter eng geschnittenen Bluse, trug man Spitz BHs und in den Schlafzimmern kam das Babydoll in Mode. DIE Schuhe, der 50er Jahre, waren Ballerinas und die wohl weitereichenste Veränderung, im Bereich Damenmode: die Hose setzte sich beim weiblichen Geschlecht mehr und mehr durch.
Männer hingegen, nicht nur der älteren Generation, kleideten sich größten Teils konservativ und konventionell. Der gut gekleidete Herr trug Hemd, Anzug und Krawatte, sowie einen Mantel und italienische Lederschuhe. Ein Hut gehörte zum guten Ton. Man achtete peinlichst genau auf die Kleidung, die nach Außen hin auch den Status repräsentierte, den man in der Gesellschaft inne hatte.
So lässt sich zumindest nachvollziehen, warum das Modeideal einiger Jugendlicher nicht mit dem der Elterngeneration harmonierte. Abschätzig wurden die sogenannten Halbstarken betrachtet, die sich ganz im Sinne ihrer Vorbilder aus Kino und Musikszene kleideten. Sie trugen Jeans, legere Hemden Lederstiefel und Lederjacken, wie James Dean oder Marlon Brando in ihren Filmen. Auch der Rock ‘n’ Roll hinterließ in der Modewelt seine Spuren. College Jacken waren besonders in den USA äußerst beliebt.
Die Frisuren änderten sich in den 50ern ebenfalls. Auch hier waren es wieder einmal die Frauen, bei denen die Veränderungen wesentlich gravierender ausfielen. Als Trendsetterinnen fungierten hier, wie auch schon im Bereich der Mode, Größen der Filmbranche, wie Marilyn Monroe, Audrey Hepburn, Sophia Loren, Grace Kelly oder Brigitte Bardot. Beliebt war eine hochtoupierte Haarpracht, der durch die Erfindung des Haarsprays, Mitte der 50er, nun noch besserer Halt verliehen werden konnte, leicht gewellte oder gelockte Haare oder aber auch, bei Teenagern, ein Pferdeschwanz oder eine Ponyfrisur.
Steckfrisuren und Dauerwellen, in den verschiedensten Variationen, waren ebenfalls äußerst angesagt.
Männerfrisuren waren da meist weniger einfallsreich. Der klassische Seiten- oder Mittelscheitel oder schlicht zurückgekämmte, kurze Haare dominierten. Besonders beliebt bei Jugendlichen, waren Frisuren, bei der die Tolle geformt und mit viel Pomade gehalten wurde und bei der die nach hinten gekämmten Seitenhaare einen Entenschwanz (Ducktail) formten.