Die 50er Jahre – ein “wunderbares” Jahrzehnt. Die Wirtschaftswunderjahre sorgten nicht nur für Vollbeschäftigung, sondern später auch für kürzere Arbeitszeiten und somit für mehr Freizeit bei den Beschäftigten, denen nun viele Möglichkeiten offen standen, ihre erst vor kurzem eingeführte D-Mark auszugeben und nach den entbehrungsreichen Nachkriegsjahren endlich wieder zu konsumieren, was das Zeug hielt. Zusätzlich sorgte “Das Wunder von Bern”, der Gewinn der Fußballweltmeisterschaft 1954, für eine Erstarkung des Selbstvertrauens der Menschen – Man war wieder wer.
Was für viele Menschen früher unerschwinglich war wird nun Bezahlbar. Die 50er Jahre stehen ganz im Zeichen des Konsums. Die Fresswelle sorgt für gutgenährte Bürger – man isst gerne Fett und reichlich. Die zunehmende Motorisierung der Bevölkerung sorgt für eine zweite große Welle, die Deutschland in den Fünfzigern erfasst – die Reisewelle. Wer es sich leisten konnte, fuhr über die Pyrenäen nach Spanien oder über die Alpen in das Lieblingsreiseland der Deutschen, zur damaligen Zeit – nach Italien.
Beliebte und erschwingliche Kleinwagen waren zu dieser Zeit der von BMW gefertigte Isetta, der umgangssprachlich wegen seines Aussehens auch oft “Knutschkugel” genannt wurde oder das Goggomobil. Noch nicht ganz so erschwinglich war das Auto was später zum Symbol des deutschen Wirtschaftswunders avancierte – Der VW Käfer. Er wurde zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich in die USA exportiert und fand dort zahlreiche Liebhaber.

Im Gegenzug sorgten wiederum Exportschlager aus den USA in Deutschland für Furore. Während schon Ende der 40er Britische und US-Soldaten den, im Dritten Reich so verpönten, Jazz und besonders dessen Stilrichtung, Swing, in Deutschland zur Popularität verhalfen, wurde in den 50ern der Rock ‘n’ Roll zu einer der angesagtesten Musikrichtungen und darüber hinaus, verkörperte er das Lebensgefühl einer ganzen Jugendgeneration. Zunächst von Millionen, meist Jugendlichen, über die Truppenbetreuungssender der alliierten Besatzer gehört, verbreitete sich der Rock ‘n’ Roll schnell in Deutschland. Bis heute unvergessen und einer der größten Stars der Musikgeschichte ist der King of Rock ‘n’ Roll – Elvis Presley. Der Verbreitung Hilfreich, waren nicht nur die in den 50ern aufkommenden Transistorradios, auch Kofferradios genannt, sondern auch die zunehmend produzierten Vinyl-Schallplatten samt entsprechendem Plattenspielern, für den Hausgebrauch.

Was für den Musikbereich galt, galt in gleicher Weise für alle Bereiche des Lebens – Es wurde Technisch aufgerüstet. Ob Haushaltsgeräte, wie Küchenmaschinen, Waschmaschinen, Staubsauger und dergleichen mehr oder in wenigen Haushalten sogar schon ein schwarzweiß Fernseher – der technische Fortschritt hatte alle erfasst.

Fortschritte gab es auch in der Modewelt zu verzeichnen, auch wenn viele Eltern zur damaligen Zeit die modischen Ausschweifungen der Jugend eher als Rückschritt bezeichnen würden. Zu einer Zeit in der bereits Elvis berühmter Hüftschwung als “obszön” gilt, brauchte sich keiner über die anfängliche Ablehnung hosentragender  Frauen zu wundern. Doch was heute noch schockiert ist morgen auch schon akzeptiert. Und so schaut man gegen Ende der 50er kaum noch eine Frau schief an, die es wagt in Hosen auf die Straße zu gehen. Als eine der beliebtesten Hosen unter Jugendlichen galt die Jeans.
Neben der klassischen Röhrenjeans/Nietenjeans erfreuten sich bei den “Halbstarken” aber auch  Collage-Jacken, Lederjacken und Lederstiefel oder Sneakers größter Beliebtheit. Nicht ganz unschuldig an diesem Trend zu “amerikanischer Kleidung” waren die Filmhelden der 50er, allen voran James Dean und Marlon Brando, die unangepassten, rebellischen Jugendlichen, die in ihren Filmrollen das verkörpern, wonach sich auch viele deutsche Jugendliche sehnen.
Während die Söhne Jeans und Lederjacke tragen, trägt der vornehme Mann Anzug, mit passender Hose, einen Hut und darüber einen Mantel.
Die weibliche Modewelt wird in den Fünfzigern vor allem eines: bunter. Tellerröcke mit roten Punkten auf weißem Grund oder farbenfrohe Petticoats beim Rock ‘n’ Roll tanzen, erfreuen nicht nur die Damenwelt. Auch Glockenröcke, Sommerkleider, Pencil-Skirts, Shiftkleider, Strickjacken, Twinsets, Cocktailkleider und Babydolls waren voll in Mode. Das “kleine Schwarze” ist auch heute noch in aller Munde. Sehr begehrt und für die Frau von Welt unverzichtbar: Strumpfhosen. Eher unbeliebt: die Laufmaschen darin.
Damals für Frauen genau so wichtig wie heute: Schuhe. Getragen wurden Ballerinas oder Schuhe mit hohen Absätzen (Stilettos, Pumps, High Heels), oftmals aus Leder und in diversen Farben.

Die Frisuren waren zu Beginn der 50er noch “relativ” bieder. Viele Männer trugen nach wie vor einen Kurzhaarschnitt, oft mit Seiten- oder Mittelscheitel. Bei den “Halbstarken” sollte sich jedoch bald die mit viel Pomade in Form gebrachte Haartolle durchsetzen oder der sogenannte Entenschwanz (Ducktail). Eine bis dahin eher selten gesehene Form, war der bei US-Soldaten aufkommende Bürstenschnitt.
Frauen nahmen sich, wie auch die Männer, gerne die Frisuren ihrer Musik- und Leinwandstars zum Vorbild. Das 1955 erfundene Haarspray sollte die zukünftige Welt der Frisuren revolutionieren.
Beliebt waren offen toupierte Haare, ebenso wie Pony-Frisuren und der klassische Pferdeschwanz.

Posted in Allgemein at Januar 7th, 2009. 59 Comments.